Was mir am Herzen liegt, teile ich gerne.

Sie finden hier unbezahlte und unbeauftragte Werbung und Hinweise auf Kunst und Bücher deren Urheber mir persönlich bekannt sind.

(Der ein oder andere Text von mir ist auch dabei...)

"amazing Steve" von Tanja Kiesewalter

Mein erstes Original. Es war Liebe auf den ersten Blick. Das Bild ist ein Unikat.

"Der Selbstwertgenerator" von Dr. Michael Bohne und Sabine Ebersberger

Ein wunderbarer Begleiter durch den Tag.

Eine Fundgrube an Selbstwert-Affirmationen

"Sterne leben" von Sabine Steinbeck und Jan Hartwig

Ich habe Sabine dazu animiert, ein Buch zu schreiben... Jetzt bin ich wohl dran.

Kein Kochbuch - dafür mit vielen Erfolgsrezepten.

Textauszug Nr. 1 aus den persönlichen und bisher unveröffentlichten Schreibversuchen von C. Brune (Rechtschreibfehler inclusive...)

Vorgeschichten oder der Versuch endlich mal anzufangen


Der erste Satz einer Geschichte ist so wichtig. Er beinhaltet quasi schon den gesamten Plot. Wenn der nicht sitzt, dann war’s das. Dann liest keiner weiter. Hat ja schon mal nicht geklappt bei mir. Egal. Ich mache es einfach:


Erster Satz:

Als ich eines Morgens aus sehr unruhigen Träumen erwachte, fand ich mich zu einem meiner Einschätzung nach recht guten Therapeuten verwandelt. Noch bevor ich die Augen an diesem sonnigen Novembermorgen aufschlug, bemerkte ich, dass etwas anders war als am Abend zuvor. Ich wusste noch nicht genau was aber ich würde es herausfinden. 


Das waren schon drei Sätze. So geht es mir ständig. Ich nehme mir etwas vor, bekomme weitere Ideen und verzettle mich dann gnadenlos. Ausserdem war der erste Satz von Kafka gestohlen und überhaupt war es gar nicht der erste Satz sondern der achte. 



Eine mögliche Vorgeschichte


Eigentlich dürfte es dieses Buch gar nicht geben. Ich leide unter Prokrastination (Aufschieberitis), Sozialphobie, leichten bis mittelschweren Depressionen und einem ausgeprägten Impostor- oder auch Hochstapler-Syndrom. Dass ich darunter leide, stimmt allerdings nur bedingt. Ich nehme es manchmal auch einfach nur hin und rede mir dann ein, dass es eben so ist und ich halt so bin. 

Die Aufschieberitis hat dazu geführt, dass diese Zeilen erst Anfang Mai 2021 geschrieben wurden. Die Idee zu dem Buch hatte ich im September 2019. Ich hatte mir auch schon ausgemalt, wie es dann im Laden steht. Ich war überzeugt davon, dass es ein Renner wird. Ein bekannter Sachbuchautor und Coach hatte mir bereits bestätigt, dass ich einen erfrischenden Schreibstil habe und dass die Verlagswelt da draußen quasi nur auf solche Texte warte. Ich war euphorisiert und habe überall verbreitet, dass ich nun ein Buch schreiben würde und dass es nächstes Jahr bereits herauskommen würde. Soweit der Plan. Erste Sätze waren schnell geschrieben. Dabei blieb es dann erstmal. 

Ich malte mir aus, wie es dann später sein würde: Ich würde vielleicht auf Lesereise gehen. Fremde Menschen würden dann meine Zeilen zu hören bekommen. Von mir vorgelesen. Ich konnte noch nie gut vorlesen. Ich würde bestimmt beim Lesen kaum Luft bekommen, ich würde rot werden, ich würde mich ständig verlesen. Die Menschen würden das (MICH!) Komisch finden. Erste Teilnehmer würden den Saal verlassen, andere würde anfangen zu grinsen oder sich fremdschämen. 

Andererseits würde ich es total genießen, wenn die Menschen mein Buch gut finden würden, wenn sie sich darin wieder erkennen würden und aufgrund dessen ein neues Leben beginnen würden. Sie würden mir applaudieren und Autogramme haben wollen. Ich würde mich auf der Bühne verneigen und ich würde mich großartig fühlen. Besser als jeder Orgasmus! Aber wenn es nur einem Menschen nicht gefällt oder noch schlimmer: Wenn das Buch in der Presse verrissen wird. Dann würde mein schlimmster Albtraum wahr werden. Alle würden mit dem Finger auf mich zeigen und mich auslachen. Ich schreibe sehr „würde-voll“, merke ich gerade. Der Konjunktiv ist mein Freund. Der ist so unverbindlich. Ich mag ihn.

Während ich das schreibe werde ich unsicher, ob es wirklich gut ist das zu schreiben. Warum nicht einfach alles so lassen wie es ist. Ich bin keine öffentliche Person, nur wenige Menschen kennen mich, wenn ich schreiben will, dann doch bitte in ein verschlossenes Tagebuch!

Eigentlich kann ich ja auch gar nicht schreiben. Eigentlich kann ich sowieso nur sehr wenig richtig gut. Ich kann mir zum Beispiel richtig gut einreden, dass ich nur wenig kann. Irgendwann kommt das auch raus. Das kennt man ja: Man (wer ist eigentlich dieser Man?) wird entlarvt von einer unbeteiligten Person die sofort erkennt, dass man nichts kann. Ja — ich fühle mich wie ein Hochstapler. Jemand der vorgibt Dinge zu können die er gar nicht richtig kann. Aber ich habe doch Erfolge nachzuweisen: Abitur mit 1,9 mit sehr gut benotete Semesterarbeiten an der Uni, eine funktionierende Ehe, eine selbstständige Tochter, ein Hund der hin und wieder auf mich hört, Zertifikate als Coach und Therapeut, dankbare Klienten und klatschende Seminarteilnehmer. Ja — aber: Das war alles entweder Glück, Zufall, eine Verwechslung, viel zu einfach (Abitur am Abendgymnasium ist ja ein geschenktes Abitur!) oder ich habe einfach gut getäuscht. Das kann ich wirklich sehr gut! Davon bin ich überzeugt! Meine Abschlussarbeit als Systemischer Therapeut trug nicht umsonst den Titel: „Der eingebildete Therapeut“. Von Abschlussarbeit zu reden ist eigentlich auch nicht richtig. Es handelt sich um eine nicht wissenschaftliche Arbeit. Sie ist sehr kurz und so gestaltet, dass es viele Bilder gibt und nur sehr wenig Text. Eine echte Mogelpackung eben. Die Leitung des Instituts hat die Arbeit nur akzeptiert, weil sie mich mich mochten und sowieso noch nie jemand durchgefallen war. Das glaube ich jedenfalls. Zum Beweis habe ich diese Arbeit als Zugabe hinter den Text gestellt. Spätestens dann wird der Betrug auffallen.



Textauszug Nr. 2 aus den persönlichen und bisher unveröffentlichten Schreibversuchen von C. Brune (wieder Rechtschreibfehler inclusive...)

Versuch Nummer 3 dieses Buch endlich zu beginnen 

 

Wo fange ich zu erzählen? Was ist wichtig für das Verständnis der Gegenwart? Was interessiert sie, liebe Leserin? Da fängt es gerade schon an schwierig zu werden: Wie rede ich SIE da draußen an? Schreibe ich ständig: „Liebe Leserin, lieber Leser, liebes Lesende…“? Da ich davon ausgehe, dass dieses Buch sowieso in erster Linie von Frauen gekauft wird und dann selbstverständlich auch gelesen wird, beschließe ich nun, das ich mich bei der Anrede auf dieses Geschlecht spezialisieren werde. Einfach der Einfachheit halber. Falls diese Zeilen doch von anderen Geschlechtern gelesen werden sollten, mögen es mir diese verzeihen. Tut einfach so, als wäret ihr auch angesprochen. (Ihr seid natürlich alle angesprochen!) Du oder Sie? Mal sehen... Habe ich mich jetzt schon verzettelt, bin ich vom Thema abgewichen? Das wäre ja genau mein Thema: Dass ich mich nicht nur schlecht auf ein Thema, auf eine Sache, auf ein oder zwei Interessen beschränken kann. Auch beruflich war und ist das so. Aktuell mache ich eine Ausbildung zum Karriereberater. Teil dieser Ausbildung ist es auch, sich möglichst auf etwas zu spezialisieren. Ich weiß gar nicht, ob ich das will, geschweige denn kann. Am Besten, ich fange einfach mal an zu erzählen, was mir wichtig erscheint - vielleicht erscheint es ihnen dann auch wichtig und interessant. 

Erstmal irgendeinen Blödsinn schreiben, um überhaupt mal das Gefühl dafür zu bekommen. Schließlich habe ich noch kein Buch geschrieben - bisher. Wovon soll es handeln? Nun, es wird von einem Menschen handeln, vielmehr vom Leben dieses Menschen. Es ist ein Mensch, sagen wir genauer ein Mann, der immer schon - also zumindest seit er etwa 8 Jahre alt war - gedacht hat, dass er etwas anders sein könnte als die anderen Jungs in seinem Alter. Er dachte zum Beispiel, dass er zu viel denken würde. Sicher würde sich kein anderer Junge solche Gedanken machen. Ein Gedanke ist ihm besonders in Erinnerung geblieben: „ Ich möchte mich so gerne mit echten Problemen beschäftigen, statt immer nur damit, wie ich meine Hausaufgaben machen soll.“ Probleme, die mit dem richtigen Leben zu tun haben. Existenzielle Probleme, Ehestreit oder irgendetwas in dieser Kategorie. Ich bin mir fast sicher, dass es nicht viele 8-jährige Jungs gibt, die so denken. Oder vielleicht doch? Möglicherweise reden diese Jungs nicht darüber - so wie ich damals. So, jetzt ist es raus: Es handelt sich bei dem Mann also um mich. Wer hätte das gedacht? Ich schon. 

Gut, der Anfang scheint gemacht zu sein. Wovon soll das Buch noch handeln? Es soll ja auch irgendwie ein Sachbuch werden. Eigentlich ein Ratgeber, ein Lebenshilfe-Buch, Ein Buch das bestenfalls motivieren soll und natürlich auch seinen Autor - also mich - bekannt machen soll! Nicht berühmt, soweit bin ich noch nicht. Bekannt reicht. So, dass ich vielleicht in eine Talkshow eingeladen werde und die Moderatoren (es sind ja meistens 2) mir dann zum Beispiel die Frage stellen: „Wie kamen Sie auf die Idee für ihr Buch? Und was genau macht eigentlich ein Karrieretherapeut?“ Diese Fragen wären recht einfach gestellt und ich würde darauf antworten: „ Die Idee war plötzlich da. Es war völlig klar, dass ich nun ein Buch schreiben würde. Was ein Karrieretherapeut genau macht? Nun das wusste ich zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht. Deswegen musste ja erstmal das Buch her. Darin beschreibe ich oder zumindest versuche ich es, was einen Karrieretherapeuten ausmacht. Auch der Begriff kam mir plötzlich wie selbstverständlich in den Sinn. Es war klar: ich würde ab heute Karrieretherapeut sein. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt gerade das erste Wochenende einer Ausbildung zum Karriereberater hinter mir. Dieses erste Wochenende war prägend für das was dann geschah. Ich hatte vorher wahnsinnige Ängste, soziale Ängste. Was soll ich anziehen? Wie soll ich mich präsentieren? Was werde ich über mich sagen? Was, wenn ich zu schwitzen anfange? Was, wenn die anderen ganz schnell merken, dass ich nur bluffe? An dieser Stelle wird einer der Moderatoren einhaken und erstaunt nachfragen: “Bluffen? Was meinen sie damit?“ Das wird der Punkt sein, an dem sich entscheiden wird, wie es weitergeht. Habe ich wirklich nur geblufft und es wird jetzt hier auffliegen? Oder habe ich zwar geblufft, es glaubt mir aber keiner, weil ich es so gut mache? Oder habe ich nie geblufft und ich habe mir nur eingebildet, dass es so war und mir wird in dieser Sekunde bewusst, dass ich wirklich das bin was ich bin. 

Um diese Gedankengänge zu verstehen ist eine kurze Rückblende nötig: 

Mittlerweile ist es Anfang Juni 2020. Wenn ich eines wirklich richtig gut kann, dann ist es Dinge aufzuschieben. In der Regel solange, dass ich mit Frust und schlechtem Gewissen sagen kann: „Jetzt ist es auch egal. Es soll wohl nicht sein. Ich bin einfach noch nicht soweit. Es war sowieso nur ein Spleen. Ich lass es jetzt sein!“ 

Soweit ist es noch nicht. Zum Glück. Wirklich zum Glück? Nach drei Wochen sitze ich endlich wieder am Computer und schreibe etwas. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich den richtigen Flow habe. Eigentlich schreibe ich nur Blödsinn. Genauer gesagt schreibe ich das, was mir gerade durch den Kopf schießt. Jetzt gerade denke ich zum Beispiel an Obelix. In „Asterix und der Kupferkessel“ finden sich Asterix und Obelix beim Versuch den Kessel wieder mit Sesterzen zu füllen auf einer römischen Bühne wieder. Obelix wir aufgefordert einfach zu sagen was ihm durch den Kopf geht. Sichtlich in Angst versunken und fast unfähig ein Wort herauszubringen sagt er schließlich: „Die spinnen, die Römer!“ Daraufhin gibt es einen mächtigen Tumult. Der Kessel bleibt leer. Das spiegelt glaube ich meine Situation ganz gut wider. Ich denke auch, dass ich nichts zu sagen habe. Jedenfalls nichts Besonderes. Wenn dann doch etwas kommt ist es belanglos, manchmal sogar lächerlich oder ich trete in sämtliche Fettnäpfchen, die offensichtlich herumstehen. Lächerlich! Ich glaube (Achtung Glaubenssatz!) das ist es. Ich mache mich lächerlich mit dem Versuch ein Buch zu schreiben. So richtig lächerlich wird es, wenn ich gleich das Exposé schreibe und abschicke. Dann habe ich wenigstens schwarz auf weiß. Die Antwort der Agentur muss zwingend lauten: „Danke für Ihr Exposé aber das ist einfach lächerlich!“ Vielleicht drücken sie es etwas netter aus. Hoffentlich. 

Ich habe Glück. Der Computer benötigt ein Update. Das dauert erstmal. So ein Update ist auf jeden Fall wichtiger, als das Buch weiter zu schreiben. Danke!